Gas verknüpft Strom und Gas

Damit die Energie immer dorthin kommt, wo sie gebraucht wird, müssen die verschiedenen Energieträger smart zusammenspielen. Die wirtschaftlichen und technischen Konzepte der Sektorkopplung machen’s möglich. Gas und seine gut ausgebaute Infrastruktur spielen dabei eine tragende Rolle.

Die Energiewende braucht nicht nur grüne Energien. Sie braucht auch neue, ganzheitliche Denkmuster und innovative technische Konzepte. Nur wenn man die bisher getrennten Energiemärkte Strom, Wärme und Verkehr gesamthaft betrachtet, können die Erneuerbaren optimal in das Versorgungssystem integriert werden. Das Schlüsselwort heißt Sektorkopplung.

Sektorkopplung (oder Sektorintegration) vernetzt die verschiedenen Energiesektoren – Strom, Wärme und Verkehr – und ist die Grundvoraussetzung dafür, dass erneuerbare Energien in allen Sektoren verstärkt eingesetzt werden können. Für eine erfolgreiche Sektorkopplung braucht es ein sektorenübergreifendes Hybridnetz und ein Verfahren, mit dem erneuerbarer Strom in eine andere, speicherbare Energieform umgewandelt wird. Gas und seine Infrastruktur bringen beides mit und sind daher wesentliche Glieder in der Kopplungskette.

Gas als Speichermedium für elektrische Energie

Mit den klassischen erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne lässt sich hervorragend Strom herstellen. Doch weder kann man Stromüberschüsse länger speichern, noch sind Windenergie- und Solaranlagen für die Erzeugung von Kraftstoff und Wärme geeignet, die rund 50 % des Energiemarkts ausmacht. Mit dem innovativen „Power to Gas“-Verfahren wird aus überschüssigem Strom grünes Synthese-Gas, das sich in den vorhandenen Gasspeichern lagern und über das gut ausgebaute Gasnetz unkompliziert verteilen lässt.

Gas als Garant für kosteneffiziente Sektorkopplung

Gasinfrastruktur: Drehscheibe zur Sektorkopplung

In Österreichs Gas-Infrastruktur wurde in den letzten Jahren sehr viel investiert. Und das ist gut so. Denn die vorhandenen, hochgradig vernetzten Gasleitungen und gigantischen Speicher können sofort und ohne zusätzliche Kosten genutzt werden.

So spart die zunehmende Einspeisung von Grünem Gas ins Gasnetz nicht nur CO2 ein, sondern auch die Kosten für elektrische Übertragungsnetze. Denn in einer unterirdischen Gaspipeline von 90 Zentimetern Durchmesser lässt sich so viel Energie transportieren wie in fünf 380 kv Hochspannungsleitungen.

Die etablierte Gas-Infrastruktur ermöglicht einen günstigen und einfachen Energietransport und die Speicherung erneuerbarer Elektrizität. Österreichs Gasspeicher haben eine 30 Mal höhere Kapazität als alle heimischen Pumpspeicher zusammen. Damit erfüllt die Gas-Infrastruktur eine solide Basis für die Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität.

Grünes Gas als zuverlässige erneuerbare Energie

In die Gas-Infrastruktur lässt sich neben Synthese-Gas aus überschüssigem grünem Strom auch Biogas aus organischen Abfällen und Grüner Wasserstoff einspeisen. Im Gegensatz zu Sonnenenergie und Windkraft kann erneuerbares Gas bedarfsorientiert erzeugt werden. Für die sichere Versorgung von Bevölkerung und Industrie mit erneuerbaren Energien ist Grünes Gas daher unverzichtbar.

Produziert ein kleines Biomasse-Kraftwerk, beispielsweise auf einem Bauernhof, einmal mehr Grünes Gas als nötig, liefert die Gas-Infrastruktur auch dafür eine Lösung. Diese Energie wird in den Gasspeichern gespeichert oder dorthin gebracht, so wie benötigt wird. So trägt Grünes Gas zur regionalen Energieversorgung bei und verbessert außerdem die regionale Wertschöpfung.

Klimaziele erreichen mit Gas

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Die Erde wird wärmer. Der Meeresspiegel steigt. Um den Treibhausgaseffekt einzudämmen, will die EU bis 2030 die Treibhausgasemission um bis zu 40 % verringern – bis 2050 sogar um bis zu 95 %. Der Anteil erneuerbarer Energien soll bis 2030 mindestens 32 % betragen, die Energieeffizienz auf 32,5% % verbessert werden. Das ist möglich. Aber nur mit Gas.