Gas kommt mit moderner Infrastruktur und hohem Potenzial

Was tun, wenn die erneuerbaren Energien am falschen Ort und zur falschen Zeit produziert werden? Wir sagen: Kein Problem, denn die österreichische Gas-Infrastruktur kann überschüssigen Ökostrom, der umweltfreundlich in Grünes Gas umgewandelt wurde, speichern und über das Gasnetz dorthin liefern, wo Energie gebraucht wird.

Moderne Gas-Infrastruktur für erneuerbare Energien

Österreich verfügt über eines der modernsten Gasnetze. In Leitungen mit einer Gesamtlänge von 44.300 Kilometern werden jährlich rund 95 Terawattstunden (TWh) (rd. 8,5 Mrd m3) Gas zu den Konsumenten gebracht. Umgerechnet in haushaltsübliche Kilowattstunden sind das kaum vorstellbare 95 Milliarden Kilowattstunden (kWh).

In Österreich befinden sich zudem acht unterirdische Speicher. 2017 wurden hier 92 TWh (rd 8,2 Mrd m3) Gas gelagert, das entspricht in etwa dem gesamten österreichischen Gas-Jahresverbrauch. In diesen Gasspeichern lässt sich nicht nur Erdgas lagern, sondern auch erneuerbares Grünes Gas. Und das ohne hohe Investitionen in eine neue Infrastruktur. Insbesondere die Speicher in Niederösterreich und dem Burgenland sind auf Grund ihrer Nähe zu den größten Windparks bestens geeignet.

Modernes Know-how für Grünes Gas

Mit dem Power-To-Gas-Verfahren wird überschüssiger Strom aus Wind- oder Sonnenkraft in Wasserstoff umgewandelt. Dieser Wasserstoff kann ganz einfach herkömmlichem Gas beigemischt werden. Nach aktuellem Stand der Forschung ist ein Wasserstoff-Anteil von bis zu 10 % möglich.

Soll noch mehr Gas aus erneuerbaren Energien eingespeist werden, wird aus dem Wasserstoff in einem weiteren Schritt Methan produziert. Das so hergestellte Grüne Methan kann dem Erdgas im etablierten Gasnetz ohne Einschränkung beigemischt werden.

Gut vorbereitet für die Energiewende

Durch die kräftigen Investitionen in die Gas-Infrastruktur ist Österreich gut gerüstet für die Energiewende. Im Gegensatz zu anderen Ländern müssen keine teuren Hybridnetze quer durch die Landschaft verlegt, keine weiteren Speicher angelegt werden. Das ist mit ein Grund, weswegen die Energie-Experten der „Johannes Kepler Universität Linz“ zu dem Befund kommen, dass Grünes Gas hohes Potenzial hat. So könnte die Nachfrage nach Gaswärme in Haushalten im Jahr 2050 komplett mit Grünem Gas – und damit völlig dekarbonisiert – befriedigt werden.

Gas verknüpft Strom und Gas

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Damit die Energie immer dorthin kommt, wo sie gebraucht wird, müssen die verschiedenen Energieträger smart zusammenspielen. Die wirtschaftlichen und technischen Konzepte der Sektorintegration machen’s möglich. Gas und seine gut ausgebaute Infrastruktur spielen dabei eine tragende Rolle.