Wasserstoffeinspeisung im Detail

Überschüssiger Strom lässt sich nicht lange speichern. Aber er kann Wasser umweltfreundlich in Sauerstoff und Wasserstoff spalten. Und Wasserstoff ist nicht nur ein wichtiger Grundstoff für die Industrie, sondern eignet sich auch als Energiespeicher.

Wasserstoff ist ein farbloses, geruchloses Gas, das äußerst vielseitig einsetzbar ist. Die Industrie braucht Wasserstoff seit jeher, um andere Stoffe wie Ammoniak und Methanol herzustellen. In den letzten Jahren spielt das Gas aber auch eine immer größere Rolle als flexibler Energieträger. Denn Wasserstoff kann Strom aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne speichern, wenn wetterbedingt mehr produziert als benötigt wird.

Grüner Wasserstoff für bessere Luft

Im Gegensatz zu anderen Verfahren für die Gewinnung von Wasserstoff, braucht die Herstellung aus Wind- und Sonnenenergie nur zwei Zutaten: überschüssigen Ökostrom und klares Wasser. Der Strom dient als Primärenergie, um aus dem Wasser – H2O – mit dem Power-to-Gas-Verfahren grünen Wasserstoff (H2) zu gewinnen. Reiner Sauerstoff ist das einzige Nebenprodukt.

Wasserstoff kann ebenso wie Erdgas komprimiert oder verflüssigt gespeichert werden. Neue Speicher und Transportnetze müssen dafür nicht errichtet werden. Denn Österreichs Gasspeicher fassen enorme Mengen und können auch Wasserstoff lagern.

Erneuerbare Energie im Gasnetz

Der grüne Wasserstoff kann direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden und ersetzt so einen Teil der benötigten Erdgasmenge durch erneuerbare Energie. Und zwar ohne nennenswerte Verringerung seines Wirkungsgrades. Nach derzeitigem Stand der Forschung können jedenfalls bis zu 10 % des Erdgases durch reinen Wasserstoff ersetzt werden. Was notwendig ist, um noch mehr Wasserstoff in die Erdgasinfrastruktur aufzunehmen, daran wird geforscht.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen wird so Energie genutzt, die ansonsten verloren gehen würde. Denn nicht benötigter Ökostrom kann nicht gespeichert werden, seine Energie kann aber auf Wasserstoff übertragen werden und so beispielsweise Wärme in Österreichs Haushalte bringen. Zum anderen verbrennt Wasserstoff so gut wie schadstofffrei: Der Wasserstoff reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft und hinterlässt als Nebenprodukt nur Wasserdampf.

Aus Wasserstoff wird Grünes Gas oder Strom

Als Energieträger kann Wasserstoff aber noch mehr. Ist der Wasserstoffanteil im Gasnetz zu hoch, kann er in einem weiteren umweltfreundlichen Verarbeitungsschritt methanisiert werden. Dabei wird aus dem Wasserstoff erneuerbares Synthese-Gas erzeugt, das dieselben flexiblen Eigenschaften hat wie Erdgas. Synthese-Gas kann in unbeschränkten Mengen ins Gasnetz eingespeist werden. Wird statt Gas Strom gebraucht, lässt sich Wasserstoff in modernen Gaskraftwerken auch wieder verstromen.

Gas speichert Strom

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