Synthese-Gas im Detail

Gas kommt nicht nur natürlich in der Erde vor. Gas kann man auch erzeugen: Aus Reststoffen wird Biogas, aus überschüssiger Wind- und Sonnenenergie wird Synthese-Gas. Dieses erneuerbare Grüne Gas steht natürlichem Erdgas in nichts nach.

Erdgas hat viele gute Eigenschaften. Daher ist es weit verbreitet – in Haushalten, Betrieben und der Industrie. Im Gegensatz zu Strom ist Erdgas vielseitig einsetzbar und lässt sich hervorragend speichern. Es ist die umweltfreundlichste aller fossilen Energien und verbrennt nahezu schadstofffrei. Doch Erdgas bleibt eine fossile Energie und gehört damit zu jenen Energien, die bis 2050 weitgehend durch erneuerbare Energien ersetzt werden sollen.

Erneuerbares Gas aus Wind- und Sonnenenergie

Synthese-Gas ist dafür ein Teil der Lösung. Es hat die gleichen hervorragenden Eigenschaften wie Erdgas, ist aber absolut klimaneutral – von der Erzeung bis zur Verwendung. Und vor allem ist es erneuerbar. Denn es wird aus überschüssigem Ökostrom gewonnen.

Wenn der Wind bläst oder wenn die Sonne scheint, dann generieren Windparks und Solaranlagen Strom. Ob der Strom momentan gebraucht wird oder nicht. Weil man aber Strom nicht lange speichern kann, droht diese Energie verloren zu gehen, wenn sie nicht rasch verbraucht wird. Mit der Power-to-Gas-Technologie lässt sich dieser Verlust vermeiden: Der überschüssige Strom wird in einem umweltfreundlichen Verfahren methanisiert, also in Grünes Gas umgewandelt, und kann so gespeichert werden.

Mit Power-to-Gas zu Grünem Gas

Der erste Schritt des Power-to-Gas-Verfahrens ist die Elektrolyse, in der Wasser mit Hilfe der Primärenergie Ökostrom, in Wasserstoff und reinen Sauerstoff aufgespalten wird. Im zweiten Schritt wird der Wasserstoff methanisiert: Es entsteht daraus Grünes Synthese-Gas. Mit diesem Gas lassen sich Fahrzeuge betanken und Wohnungen heizen, aber auch weitere chemische Grundstoffe herstellen.

Gewinnung von Biogas und Synthese-Gas

Mit einem Überangebot aus Ökostrom wird zunächst Wasserstoff gewonnen. Dieser wird in einem zweiten Schritt zu Synthese-Gas methanisiert, das die gleichen hervorragenden Eigenschaften wie Erdgas hat.

Erneuerbare mit vorhandener Infrastruktur nutzen

Während Verbraucher – ob privat oder gewerblich – für die meisten erneuerbaren Energieformen lästige Umbauten in Kauf nehmen müssen, kann die erneuerbare Energie Synthese-Gas, ebenso wie Biogas, ohne weitere Investitionen genutzt werden. Wie das geht? Ganz einfach über die bestehenden Gasleitungen und mit vorhandenen Gas betriebenen Geräten.

Was im Kleinen gilt, gilt auch im Großen. Das aus Ökostrom gewonnene Grüne Gas kann ganz einfach in die bestehende Gasinfrastruktur eingespeist werden. Österreich verfügt über ein besonders gut ausgebautes Gasnetz und immense Gasspeicher, die einen Jahresbedarf an Gas für das gesamte Land in sich aufnehmen können. So können die Investitionen der Vergangenheit problemlos für erneuerbare Energien genutzt werden, ohne weiter in neue, kostspielige Transportnetze investieren zu müssen.

Wasserstoffeinspeisung im Detail

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Überschüssiger Strom lässt sich nicht lange speichern. Aber er kann Wasser umweltfreundlich in Sauerstoff und Wasserstoff spalten. Und Wasserstoff ist nicht nur ein wichtiger Grundstoff für die Industrie, sondern eignet sich auch als Energiespeicher.