Grünes Gas - das Gas der Zukunft

Grünes Gas ist der Wegbegleiter der Energiewende. Mit den Ressourcen aus Österreich lässt sich heizen und Autofahren: Abfälle der Land- und Forstwirtschaft und überschüssiger Grüner Strom machen das möglich.

Gerade einmal drei Tage schafft es die in einem Jahr gespeicherte Energie aller heimischen Pumpspeicherkraftwerke, Österreich an Wintertagen sowohl mit Wärme als auch mit Strom zu versorgen. Denn nach nur drei Tagen wären die drei Terawattstunden Strom, die in einem Jahr erzeugt und gespeichert werden, verbraucht und es würde finster und kalt werden.

Zum Glück gibt es Gas, Grünes Gas

Grünes ist das Gas der Zukunft. Sein Potenzial umfasst nach aktuellen Berechnungen mindestens zwei Milliarden Kubikmeter Gas. So viel Energie benötigt derzeit eine Million Haushalte in Österreich, um in einem Winter zu heizen und Warmwasser aufzubereiten. Damit könnte Österreich sogar seinen gesamten Gasbedarf mit Holz- und Biogas aus Bracheflächen und ungenütztem Grünland und Wasserstoff decken.

Grünes Gas: Biogas und Synthese-Gas

Für die Erzeugung von Biogas werden Abfälle der Land- und Forstwirtschaft genützt, aber auch Klärschlamm, die Inhalte aus Biotonnen sowie Abfälle der Lebensmittelindustrie. Nach der Reinigung von Biogas hat es dieselben flexiblen Eigenschaften wie konventionelles Gas. Es taugt zum Heizen, für die Industrie und sogar zum Autofahren. Es wird ins Gasnetz eingespeist, dort gespeichert und dorthin transportiert, wo es gebraucht wird.

Synthese-Gas ist ebenfalls ein erneuerbares Gas. Es wird mit dem Power-to-Gas-Verfahren in zwei Schritten aus Sonnen- oder Windstrom gewonnen. Das wetterbedingte Überangebot aus diesen erneuerbaren Energiequellen wird im Zuge einer Elektrolyse zuerst zu Wasserstoff verarbeitet. Dieser kann entweder unmittelbar ins Gasnetz eingespeist oder zu Synthese-Gas weiterverarbeitet werden, das dem klassischen Gas sehr ähnlich ist.

Komplett CO2-neutral

Das Gute an den Grünen Gasen: Weder Biogas noch der erneuerbare Wasserstoff noch das synthetische Gas verursachen klimaschädliche Emissionen und sind somit zu 100 Prozent CO2-neutral.

Und auch in das Landschaftsbild fügen sich die schlanken Gastrassen deutlich besser ein: Sie benötigen nur den Bruchteil einer breiten Stromtrasse. Gasleitungen fallen auch nicht auf, während Strommasten das Landschaftsbild empfindlich prägen.

Nutzung bestehender Leitungen und Speicher

Die Gase der Zukunft lassen sich auch gut in unterirdischen Rohrleitungen transportieren. Die bestehende Gasinfrastruktur steht also weiterhin zur Verfügung. Eine 90 Zentimeter dicke Gaspipeline liefert genauso viel Grünes Gas wie fünf parallel geführte 380 kV Hochspannungsleitungen – und das auf deutlich weniger Platz. Das Gas der Zukunft lässt sich zudem in großen Mengen aufbewahren. Die Speicher in Österreich fassen bis zu 93 Terawattstunden Gas – Grünes Gas.

Gas – der Alleskönner

Grünes Gas besticht durch seine Flexibilität und seine Vielseitigkeit. Es ist eine hervorragende Wärmequelle, eignet sich als Antrieb für Gasfahrzeuge oder den Betrieb von Kraftwerken, um Strom und Wärme zu gewinnen. So kann es in Kraft-Wärmekopplungsanlagen einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen. Gas-Brennwertgeräte weisen sogar einen Wirkungsgrad von bis zu 96 % auf.

Gas überzeugt durch hohe Wirkungsgrade

Der sinnvolle Einsatz von Gas bestimmt die Wirkungsgrade.

"Greening the Gas" in Österreich

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