"Greening the Gas" in Österreich

Österreich wird immer grüner: Bis 2030 soll das Land bilanziell zu 100 % mit Ökostrom versorgt werden. Bis 2050 soll das Energiesystem weitgehend dekarbonisiert sein. Dabei zieht Gas als erneuerbare Energie voll mit.

Millionen von Erdgaskunden in Österreich haben's gut. Schon heute ist Erdgas punkto CO2- und Feinstaubemissionen anderen konventionellen Energieträgern deutlich überlegen. Über 43.000 Kilometer Erdgasnetz transportieren das Gas überall dorthin, wo es gebraucht wird. Und dieses Gas wird jedes Jahr grüner.

Jedes Jahr mehr Grünes Gas

Über das gut ausgebaute Gasnetz fließt zunehmend Grünes Gas: Biogas, das aus Reststoffen der Landwirtschaft gewonnen wird, ebenso wie Synthese-Gas, das mit überschüssigem Ökostrom erzeugt wird. Jedes Jahr kamm es ein bisschen mehr werden, bis im Jahr 2050 nur noch klimaneutrales, erneuerbares Grünes Gas durch die Leitungen kommt. Denn nach den Plänen der Bundesregierung soll der österreichische Energiemarkt 2050 weitgehend dekarbonisiert sein.

Grünes Gas - so vielseitig wie Erdgas

Ein wesentlicher Vorteil von Grünem Gas ist seine Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit. Es ist immer verfügbar, auch bei Flaute und bedecktem Himmel. Es stellt rund um die Uhr Energie für Strom, Wärme und Mobilität flexibel und bedarfsgerecht zur Verfügung. Grünes Gas besitzt somit die gleichen Eigenschaften wie der seit Jahrzehnten bewährte Energieträger Erdgas und ist dabei selbst klimaneutral.

Ein weiterer positiver Aspekt von Gas sind die hohen Wirkungsgrade: In Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, wo bei der thermischen Nutzung von Gas neben Strom auch Wärme gewonnen wird, liegen die Wirkungsgrade bei knapp 90 Prozent. Wird Gas in Brennwertgeräten genutzt, werden sogar Wirkungsgrade von 96 Prozent erreicht.

Gas ermöglicht eine kostengünstige Energiewende

Die zunehmende Einspeisung von erneuerbarem Gas ins Gasnetz spart nicht nur CO2 ein, sondern ist in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Die Investitionen in die hervorragende Gasinfrastruktur lohnen sich nun doppelt. Denn sie kann für Grünes Gas ebenso zuverlässig eingesetzt werden wie für herkömmliches Erdgas.

Zudem ermöglicht sie eine kostengünstige Sektorkopplung von Strom, Wärme und Mobilität mit erneuerbaren Energieträgern. Die vorhandenen Erdgasleitungen und Speicher können sofort und ohne zusätzliche Kosten genutzt werden. Und auch die Endgeräte bei den Konsumenten können ohne teures Umrüsten wie gewohnt verwendet werden.

2050: Ganz Österreich heizt mit Grünem Gas

Besonders in den Städten kann Grünes Gas im Wärmemarkt als erneuerbarer und bezahlbarer Energieträger Erdgas ersetzen. Bis 2050 möchte die Gasbranche die Wärmeversorgung so auf grüne Beine stellen.

Darüber hinaus stellen Gas betriebene Fahrzeuge eine wertvolle Ergänzung zum E-Mobilitätsbereich dar. Ein erdgasbetriebenes Fahrzeug erzeugt im Vergleich mit Benzin oder Diesel über 90 % weniger Luftschadstoffe, Null Feinstaub und um bis zu 25 % weniger CO2. Mit Biomethan können 97 % der CO2-Emissionen eingespart werden.

Wegbereiter der Energiewende

Grünes Gas ist somit der Wegbereiter der Energiewende. Als Multitalent kann es entscheidend zur Umsetzung der Energiewende beitragen – im Stromsektor, bei der Mobilität und im Wärmemarkt.

Um die Energiewende voranzutreiben müssen allerdings die geeigneter Rahmenbedingungen geschaffen werden und Biogas gleich mit anderen erneuerbaren Energieträger behandelt werden, zum Beispiel hinsichtlich Wohnbauförderungen, Bauordnung und OIB-Richtlinien. Darüber hinaus ist erneuerbares Gas und grüner Wasserstoff von der Erdgasabgabe zu befreien, wenn diese in das Gasnetz eingespeist werden. Eine Gleichstellung der Gasmobilität mit E-Mobilität notwendig.

Biogas im Detail

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Biogas ist eine erneuerbare Energie, die wesentlich zur Reduktion der Treibhausgasemission beitragen kann. Im Energiemix der Zukunft unseres Landes wird Biogas daher eine noch größere Rolle als bisher einnehmen.