Underground Sun Conversion

Tief unter der Erde, in Sandsteinlagerstatten, produzieren natürliche Mikroorganismen aus Wasserstoff und CO2 hochwertiges Grünes Gas. Bei Bedarf kann das Grüne Gas den unterirdischen Porenlagerstätten entnommen und in die Gas-Infrastruktur eingespeist werden. Zukunftsmusik? Nicht mehr lange.

Überschüssige Wind- und Sonnenenergie haltbar zu machen und gleichzeitig CO2-Emissionen zu reduzieren, klingt wie ferne Zukunftsmusik. Es ist aber das ganz realistische Anliegen des weltweit einzigartigen Forschungsprojekts „Underground Sun Conversion“ in Pilsbach in Oberösterreich. Dort werden die Grundlagen erforscht, um in Zukunft große Mengen von Grünem Gas CO2-neutral produzieren und umweltfreundlich in natürlichen Lagerstätten speichern zu können.

Aus Sonne und Wind wird Grünes Gas

Das Verfahren von “Underground Sun Conversion” kopiert und wiederholt den natürlichen Prozess der Entstehung von Erdgas, allerdings abgekürzt um Millionen von Jahren. Dafür wird zunächst in einer oberirdischen Anlage aus Sonnen- oder Windenergie zusammen mit Wasser Wasserstoff erzeugt. Gemeinsam mit CO2, das so einem nachhaltigen Kreislauf zugeführt wird, wird dieser Wasserstoff in eine vorhandene Sandsteinlagerstätte eingebracht, wo natürlich vorhandene Mikroorganismen diese Stoffe in relativ kurzer Zeit in Grünes Gas umwandeln. Direkt in der Lagerstätte gespeichert, kann das so gewonnene Gas bei Bedarf entnommen , in die bereits jetzt bestehende Gas-Infrastruktur eingespeist und so sicher und umweltfreundlich wie konventionelles Gas zum Konsumenten transportiert werden.

Underground Sun Storage: Wind- und Sonnenenergie als Wasserstoff gespeichert

Das Projekt „Underground Sun Conversion“ baut auf dem Vorläuferprojekt „Underground Sun Storage“ auf. Im Rahmen eines in-situ Feldversuchs wurde dabei erforscht, wie alte Ergaslagerstätten genutzt werden können, um überschüssige Wind- und Sonnenergie zu speichern. Dazu wird die Energie durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der im Erdgassystem speicherbar ist. Wie hoch der Wasserstoffanteil im Erdgasnetz sein darf, ist zentraler Forschungsgegenstand dieses weltweit einzigartigen Projekts.

Interdisziplinäres Projekt unter der Leitung der RAG

Am Projekt “Underground Sun Conversion” sind die Montanuniversität Leoben, die Universität für Bodenkultur Wien, acib GmbH, das Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz und Axiom Angewandte Prozesstechnik GmbH unter der Leitung des österreichischen Energieunternehmens RAG beteiligt. Die Forschung wird vom Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung als Leitprojekt der Energieforschung mit 5 Millionen Euro gefördert.

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