Glossar

Biogas

Aus zahlreichen Rohstoffen kann Biogas erzeugt werden: Gülle, Speiseresten, Klärschlamm, Ölen, Gras und anderen Pflanzen. Organisches Material wird dazu unter Luftabschluss vergoren. Das entstehende Biogas besitzt einen geringeren Methananteil als Erdgas, kann aber zu Biomethan veredelt und dann ins Gasnetz eingespeist werden. Bio-SNG (Synthetic Natural Gas) entsteht aus Holzresten durch Erhitzung unter Luftabschluss. Auch dieses Gas kann auf Methanqualität gebracht und eingespeist werden.

CNG

Compressed Natural Gas oder verdichtetes Erdgas dient als Treibstoff für Kraftfahrzeuge. Um Platz zu sparen, wird normales Erdgas mit einem Kompressor verdichtet und passt dann bequem in die Autotanks. Immer gefragter ist der Treibstoff Bio-CNG, also verdichtetes Biomethan. Denn damit lässt sich klimaneutral Autofahren!

Erdgas

Naturgas entstand über Jahrmillionen aus organischem Material. Abgesunkene Meereslebewesen, hoher Druck, erhöhte Temperaturen und Luftabschluss waren dafür nötig. In einer Tiefe von etwa 2.000 m bildete sich ab 70 Co vorwiegend Erdöl. In größeren Tiefen und ab etwa 200 Co entstand nur noch Erdgas. Der Hauptbestandteil – rund 97 % – ist Methan (CH4), dazu kommen Spuren von anderen Gasen und Wasser. Nach einer Reinigung und Trocknung kann es sofort eingesetzt werden, der untere Heizwert liegt bei etwa 10 kWh/m3. Erdgas ist farblos, ungiftig und geruchlos. Um wahrgenommen werden zu können, wird es später mit einem Geruchsstoff versehen – daher der vermeintliche „Gasgeruch“.

Erdgasspeicher

Erdgasspeicher erfüllen ihre Hauptaufgabe unter der Erde. Ausgeförderte Erdgas oder Erdöllagerstätten werden wieder mit Erdgas befüllt. In bis zu 1500 Metern Tiefe lagert es, abgedichtet durch hunderte Meter dicke Tonschichten. Volle Speicher sind ein wesentlicher Faktor für die Versorgungssicherheit, da sie die Schwankungen zwischen Bezug und Nachfrage ausgleichen sowie bei Extremsituationen ein unverzichtbarer Polster sind. 

Feinstaub

Feinstaub nennt man jene Mikropartikel, die so klein sind, dass sie sogar in Lunge und Blutbahn geraten können. Die Ruß- und Staubpartikel entstehen z.B bei der Verbrennung von Steinkohle, Erdöl und Pellets. Chronischer Husten, Asthma und Lungenkrebs sind nur einige der nachweisbaren Folgen. Erdgas besteht aus Wasserstoff und Kohlenstoff (Methan = CH4) und verbrennt so gut wie rückstandsfrei.

Gas-Plus Technologien

Die Gas-Plus-Technologien Gasbrennwert + Solar, Gaswärmepumpe sowie Mikro-Kraft-Wärme-Kopplung ermöglichen eine umfassende Einbindung erneuerbarer Energien im gesamten Wärmemarkt (Solarthermie, Geothermie sowie Einsatz von Biogas und Wasserstoff, der mit der Power-To-Gas-Methode hergestellt wurde).

Kohlendioxid

Kohlendioxid, CO2, ist ein natürlicher Bestandteil der Luft. Durch Verbrennungsprozesse gelangt jedoch zu viel CO2 in die Atmosphäre. Der so genannte "Treibhaus-Effekt" ist die Folge.

KWK

Gegenüber der getrennten Erzeugung wird die Hitze bei Kraft-Wärme-Kopplung „ausgekoppelt“ und kann dann in ein Wärmenetz eingespeist werden. Dies erhöht den Wirkungsgrad erheblich (80 % und mehr sind möglich). Der Vorteil liegt auf der Hand: Für die gleichzeitige Strom- und Wärmegewinnung wird weniger Primärenergie verwendet. Das spart Kosten und reduziert die Treibhausgas- und Schadstoffemissionen. 

Mikro-KWK

Kraft-Wärme-Kopplung ist eine Kraftwerkstechnologie, die entstehende Abwärme bei der Stromerzeugung nutzt und dadurch sehr hohe Wirkungsgrade erzielt. KWK-Anlagen gibt es in unterschiedlichsten Größen: Etwa so groß wie eine Waschmaschine zur Versorgung von Einfamilienhäusern bis zu großen Kraftwerken. Eine stromerzeugende Heizung, also eine Micro-KWK-Anlage in einem Einfamilienhaus, verzeichnet nur sehr geringe Energieverluste. Die erzeugte Wärme muss im eigenen Haus nur sehr kurze Wege zurücklegen, daher gehen hier die Wirkungsgrade sogar bis 92 %. Bei einer dezentralen Energieversorgung durch Mini- und Mikro-KWK mit viele Produzenten/Häusern könnten intelligente Netze zu einem virtuellen größeren Kraftwerk zusammengeschlossen werden und einzeln oder gemeinsam überschüssigen Strom für den Markt liefern.

NGV

Natural Gas Vehicles sind alle Fahrzeuge, die mit Erdgas betrieben werden.

Power-to-Gas (P2G)

Mit der Power-To-Gas-Methode wird überschüssiger Strom aus Wind-, Wasser- und Solarkraftwerken in Gas umgewandelt und kann so ins Gasnetz eingespeist und erstmals langfristig gespeichert werden. Das funktioniert ganz einfach: Der regenerative Strom wird in der Wasserelektrolyse in Wasserstoff umgewandelt. Als einziges Nebenprodukt fällt bei diesem Prozess Sauerstoff an. In einem weiteren Schritt kann Wasserstoff in Kombination mit Kohlendioxyd unter hohem Druck und Temperaturen zu Methan umgewandelt werden.

Primärenergie

Erdgas gehört zu den Primärenergien, weil es ohne Umwandlungsprozess genützt werden kann – so wie es ist. 

Schwefeldioxid SO

Schwefeldioxid ist ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und sauer schmeckendes, giftiges Gas. Es ist sehr gut (physikalisch) wasserlöslich und bildet mit Wasser in sehr geringem Maße Schweflige Säure. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung von schwefelhaltigen fossilen Brennstoffen wie Kohle oder Erdölprodukten, die bis zu 4% Schwefel enthalten.
Bei der Verbrennung von Erdgas entsteht fast kein Schwefeldioxid.

Stickoxid NOx

Bei Verbrennungsprozessen bilden sich aus Stickstoff und Sauerstoff Stickoxide, die für den "Sauren Regen" verantwortlich sind. In Erdgas ist kaum Stickstoff enthalten, Erdgas verbrennt stickoxidarm.

Endenergieverbrauch


Der Endenergieverbrauch bezeichnet die Energiemenge, die von Endverbrauchern in Form von Strom, Wärme, Brenn- und Kraftstoffen genutzt wird. 

Smart Grid


Gas fließt längst nicht mehr nur in eine Richtung, also nur vom Produzenten zum Verbraucher. Regeneratives Gas aus Biogasanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben wird bereits ins Gasnetz eingespeist. Künftig werden selbst Haushalte – ausgestattet mit stromerzeugenden Heizungen – zu Energielieferanten. 

In Zukunft muss das Gasnetz auch verstärkt synthetisches Gas, das mit der Power-To-Gas-Methode aus überschüssigem Strom gewonnen wird, aufnehmen können.  
Ein intelligentes Gasnetz hilft, die Abrechnung der Gas-Ein- und Gas-Ausspeisung zu regeln. Und natürlich kann ein Smart Gas Grid die Gasflüsse steuern, überwachen und regeln.

BHKW

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind sehr verbreitete Anlagen, die dieses Prinzip nutzen. Es versorgt meist ein Objekt in unmittelbarer Nähe mit Wärme. Oft steht die Anlage selbst in dem Gebäude, das sie mit Energie und Wärme versorgt. So nutzt man z.B. in vielen Krankenhäusern diese hocheffizienten Kraftwerke, die einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 % aufweisen.

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD)

Ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Stromerzeugung aus der Primärenergie Gas entsteht Wärme. Diese Wärme wird zusätzlich genutzt und macht das Kraftwerk damit hocheffizient. 

KWKK


KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) nutzen bei der Stromerzeugung aus einer Primärenergie wie Gas auch die entstehende Abwärme. KWKK-Anlagen haben zusätzlich noch eine Kälteanlage nachgeschaltet, mit der vor allem in den Sommermonaten Kälte produziert wird. 

Regeneratives Gas

Es gibt zwei Formen von erneuerbarem Gas:


1) Biogas In 350 Biogasanlagen wird durch mikrobielle Vergärung von Biomasse (meist Pflanzenreste, Gülle oder Festmist) regeneratives Biogas produziert. Das sogenannte grüne Gas wird meistens noch vor Ort zur Strom- oder Wärmegewinnung verwendet. Es kann aber auch direkt ins Gasnetz eingespeist werden.


2) Strom aus Erneuerbaren Energiequellen übersteigt oft die Nachfrage. Wohin damit? Strom kann bekanntlich nicht langfristig gespeichert werden. Mit der Power-To-Gas-Methode wird der nicht benötigte Strom in synthetisches Gas (Wasserstoff, Methan) umgewandelt und kann so im Gasnetz bzw. in Gasspeichern gelagert werden. Mit dieser Methode werden die erneuerbaren Energien effizienter und das Gas erneuerbar. 

Energiegehalt / Energiedichte

Die Energiedichte eines Stoffes sagt aus, wie viel Energie in einer bestimmten Menge vorhanden ist. Im Vergleich hat z.B. Erdgas eine sehr viel höhere Energiedichte als Benzin und Diesel. Das bedeutet, dass 1kg CNG genauso viel Energie beinhaltet wie 1,5 Liter Benzin oder 1,3 Liter Diesel.