FAQ

  • Wie sieht der Energiefahrplan der EU aus?

    Europa hat sich ehrgeizige Klimaziele gesteckt: Bis 2030 soll die Treibhausgasemissionen um 40 % reduziert werden. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch um 27% gesenkt und der Anteil der Erneuerbaren Energie auf mindestens 27% erhöht werden. Der europäische Energiefahrplan bis 2050 sieht sogar vor, den CO2-Ausstoss um 80 - 95% zu verringern.

  • Wie könnte der Energiemix in Österreich zukünftig aussehen?

    In Zukunft wird der Anteil von Windenergie, Sonnenkraft, Wasserkraft, Photovoltaik, Solarthermie steigen, während der Anteil von CO2-emissionsstarken Energieträgern wie Öl und Kohle sinkt. Gas spielt im Energiemix der Zukunft nach wie vor eine große Rolle als Partner der erneuerbaren Energie und als erneuerbare Energie selbst.

  • Welches Potenzial haben die erneuerbaren Energien in Österreich?

    Wasserkraft und Biomasse werden hierzulande bereits sehr intensiv genutzt. Hier ergibt sich das geringste Wachstumspotenzial. Anders verhält es sich bei Photovoltaik, Biogas und Solarthermie. In diesen Bereichen sind enorme Zuwachsraten möglich. Insgesamt gibt es in Österreich ein langfristiges Potenzial von ca. 182 TWh erneuerbarer Energie. Bei einem derzeitigen Bruttoendenergieverbrauch von 322,7 TWh (2010) bedeutet das, dass wir mehr als 55 % unseres derzeitigen Energieverbrauches aus erneuerbarer Energie decken können. Noch nicht berücksichtigt sind die Möglichkeiten durch mehr Effizienz sowie durch Reduktion beim Verbrauch. Um die Energiezukunft Österreichs müssen wir uns daher keine Sorgen machen.

  • Was ist Biogas?

    Biogas ist eine erneuerbare Energie, die wesentlich zur Reduktion der Treibhausgasemission beitragen kann. Es wird aus Biomasse gewonnen, also aus landwirtschaftlichen Reststoffen wie Pflanzenresten, tierischen Abfällen (Gülle, Festmist) sowie allen anderen Abfällen aus Österreichs Biotonnen.

  • Wie wird Biogas hergestellt?

    Mikroorganismen „erzeugen“ in verschiedenen Vergärungsschritten wertvolles Biogas aus Biomasse wie z.B. Pflanzenresten. Für die Einspeisung wird dieses noch aufbereitet: Es wird entschwefelt, getrocknet und gereinigt. Zusätzlich wird die Methankonzentration erhöht, um einen größeren Energiegehalt zu erzielen.

  • Wie kann Biogas verwertet werden?

    Die erneuerbare Energie Biogas wird entweder direkt verstromt oder in das Gasnetz eingespeist. In Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg wird das Biogas nicht nur zur Stromgewinnung verwendet, sondern noch effizienter direkt in das Gasnetz eingespeist (der Wirkungsgrad liegt hier bei 80%).

  • Wie viel Potenzial hat Biogas in Österreich?

    Mit über 170.000 landwirtschaftlichen Betrieben und insgesamt über 1,34 Mio Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche besitzt Österreich ein enormes Potenzial für Biogas. Damit nicht genug. Werden nicht nur die Reststoffe aus der Landwirtschaft verwendet, sondern sogar die biogenen Abfälle der Kommunen, der Holzindustrie, der Brauereien etc., dann kann noch viel mehr Biogas produziert werden. Und zwar Biogas im Ausmaß von 38.000 Gigawattstunden. Das reicht aus, um alle österreichischen Haushalte ein halbes Jahr mit Energie zu versorgen. Am größten ist das Potenzial auf Bundeslandebene in Niederösterreich, Oberösterreich und im Burgenland.

  • Was ist ein Smart Grid?

    Gas fließt längst nicht mehr nur in eine Richtung, also nur vom Produzenten zum Verbraucher. Regeneratives Gas aus Biogasanlagen in landwirtschaftlichen Betrieben wird bereits ins Gasnetz eingespeist. Künftig werden selbst Haushalte – ausgestattet mit stromerzeugenden Heizungen – zu Energielieferanten. In Zukunft muss das Gasnetz auch verstärkt synthetisches Gas, das mit der Power-To-Gas-Methode (Link) aus überschüssigem Strom gewonnen wird, aufnehmen können.

    Ein intelligentes Gasnetz hilft, die Abrechnung der Gas-Ein- und Gas-Ausspeisung zu regeln. Und natürlich kann ein Smart Gas Grid die Gasflüsse steuern, überwachen und regeln.

  • Warum ist Gas wichtiger Partner der erneuerbaren Energien?

    Erzeugen Erneuerbare Energien zu wenig Strom, muss der erhöhte Bedarf rasch mit Regelenergie gedeckt werden. Produzieren sie zu viel Energie, sind innovative Lösungen zur Stromspeicherung gefragt. Bei beiden Varianten ist Gas der entscheidende Partner der Erneuerbaren Energien.

    Überschüssiger Strom kann mit der Power-To-Gas-Methode in Gas umgewandelt und im Gasnetz bzw. den Gasspeichern gelagert werden. Wird hingegen zu wenig Strom aus Wind und Sonne produziert, kann Gas diesen Bedarf ebenfalls ausgleichen.

  • Wie viel synthetisches Gas kann die österreichische Gas-Infrastruktur potenziell aufnehmen?

    Wasserstoff kann nicht unbegrenzt in unser Gasnetz eingespeist werden. Die Endgeräte in den Haushalten, aber auch die Kraftwerke benötigen eine ganz bestimmte Gasqualität, die nur einen Wasserstoffanteil von maximal 4 % erlaubt. Aber auch so könnte bereits so viel Energie ins Gasnetz eingespeist werden, wie ca. in einem halben Jahr von allen heimischen Windkraftanlagen produziert wird (2014: 3,8 TWh). Nach einer Umwandlung in Methan kann dieses jedoch zu 100 % ins Gasnetz eingespeist werden.

  • Welche Formen von erneuerbarem Gas gibt es?

    1) Biogas In 350 Biogasanlagen wird durch mikrobielle Vergärung von Biomasse (meist Pflanzenreste, Gülle oder Festmist) regeneratives Biogas (Link) produziert. Das sogenannte grüne Gas wird meistens noch vor Ort zur Strom- oder Wärmegewinnung verwendet. Es kann aber auch direkt ins Gasnetz eingespeist werden.

    2) Strom aus Erneuerbaren Energiequellen übersteigt oft die Nachfrage. Wohin damit? Strom kann bekanntlich nicht langfristig gespeichert werden. Mit der Power-To-Gas-Methode (Link) wird der nicht benötigte Strom in synthetisches Gas (Wasserstoff, Methan) umgewandelt und kann so im Gasnetz bzw. in Gasspeichern gelagert werden. Mit dieser Methode werden die erneuerbaren Energien effizienter und das Gas erneuerbar.

  • Welche Vorteile bringen Erdgasautos mit sich?

    Mit einem Erdgasauto ist man CO2- und schadstoffarm und absolut feinstaubfrei unterwegs. Im Vergleich zu einem Benziner/Diesel ist ein Erdgasauto zudem sehr viel wirtschaftlicher. Erdgas hat einen höheren Energiegehalt als Benzin oder Diesel. Ein Kilo CNG (Compressed Natural Gas) entspricht einer energetischen Leistung von 1,5 Litern Benzin oder 1,3 Litern Diesel. Das heißt, man kann mit derselben Tankmenge wesentlich weitere Strecken zurücklegen. Mit CNG-Fahrzeugen lassen sich die CO2-Emissionen auch im öffentlichen Verkehr ideal senken. Vor allem wenn die Busse mit Biogas aus anfallenden Reststoffen (Biotonne, Gastronomie, Lebensmittelproduktion) betrieben werden.

  • Wie wirtschaftlich ist ein Erdgasauto?

    Der Preis für 1 kg Erdgas mit ca. 1 Euro deutlich unter dem Literpreis von Benzin und Diesel. Zusätzlich steckt auch mehr Power im Kraftstoff. Erdgas hat einen höheren Energiegehalt als Benzin oder Diesel. Ein Kilo CNG (Compressed Natural Gas) entspricht einer energetischen Leistung von 1,5 Litern Benzin oder 1,3 Litern Diesel. Das heißt, man kann mit derselben Tankmenge wesentlich weitere Strecken zurücklegen.

  • Ist das Fahren mit Erdgasautos sicher?

    Ja, Erdgasautos sind sicher. Sollte doch einmal ein Unfall passieren, kann der Gastank selbstverständlich nicht explodieren. Die Gaszufuhr zum Motor wird sofort unterbrochen. Und im Brandfall wird das CNG kontrolliert abgeblasen.

  • Wie sieht der Markt für Erdgasautos aktuell in Österreich und der EU aus?

    Auf Österreichs Straßen sind ca. 7 Millionen Autos unterwegs. Der Anteil von Autos mit umweltfreundlichem Antrieb ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mehr als ein Viertel aller alternativ betriebenen Autos (Elektro, Wasserstoff, Hybridautos) auf unseren Straßen sind Erdgasautos. Ein Blick nach Italien lässt erahnen, welche Entwicklung auf Österreich und Europa in den nächsten Jahren zukommt. Innerhalb von 6 Jahren hat sich die Anzahl der Erdgasautos in Italien beinahe verdoppelt. Heute fahren bereits fast 885.300 Erdgasautos durch "bella Italia". (Stand 2015)

    Kein Wunder: Um die CO2-Emissionen des Landes zu reduzieren, subventioniert Italien umweltbewusstes Fahren durch Fahrzeugkaufprämien und durch eine geringere Kraftstoffsteuer. Zusätzlich gibt es Förderungen für reine Erdgastankstellen.

    In Schweden steigt die Anzahl der Erdgasfahrzeuge stetig: Neben zahlreichen steuerlichen Begünstigungen (Biomethan ist von der Kraftstoffsteuer sogar gänzlich befreit) wartet in Schweden ein besonderes Zuckerl: Für Erdgasautos ist das Parken in vielen Städten gratis. Und zwar auf speziellen Erdgas-Parkplätzen. Aktuell sind bereits ca. 52.000 Erdgasfahrzeuge in Schweden angemeldet (Stand Q4/2015).

  • Welche Vorteile bietet ein Erdgasanschluss für Verbraucher?

    Gas ist aus unseren heimischen Haushalten nicht wegzudenken. Ein Erdgasanschluss bringt zahlreiche Vorteile: Gas ist bequem in der Benutzung. Gas bedeutet keinen Schmutz im Haus. Und zudem garantiert Gas höchste Versorgungssicherheit.

  • Wie ergänzen sich Solaranlagen mit Gasbrennwertgeräten (Gas + Solar)?

    Solaranlagen zur Warmwasserbereitung sowie Heizung können meist mit einem Gasbrennwertgerät kombiniert werden. Wird mehr Warmwasser benötigt, kann das Gasbrennwertgerät dann schnell – und bequem für den Verwender – nachproduzieren.

  • Welche Luftschadstoffe fallen bei der Verwendung von Gas an?

    Zur Erreichung der Klimaziele tragen auch neue hocheffiziente Technologien bei. Und natürlich die hervorragende Bilanz von Gas bei den Luftschadstoffen: Bei der Verwendung und Verarbeitung fallen so gut wie keine anderen Emissionen an: kaum Kohlenstoffmonoxid und Stickoxide, kein Schwefeloxid und auch kein Feinstaub.

  • Wie funktioniert Kraft-Wärme-Kopplung?

    Bei der Erzeugung von Strom aus Primärenergie wie Gas entsteht immer Wärme. Statt die Abwärme ungenutzt an die Umgebung abzugeben, wird die Abwärme-Energie in der Kraft-Wärme-Kopplung genutzt (meistens für Heizzwecke). Der Vorteil liegt auf der Hand: Für die gleichzeitige Strom- und Wärmegewinnung wird weniger Primärenergie verwendet. Das spart Kosten und reduziert die Treibhausgas- und Schadstoffemissionen.

  • Wo wird das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung verwendet?

    Eine sehr verbreitete Anlage, die dieses Prinzip nutzt, ist das Blockheizkraftwerk (BHKW). Es versorgt meist ein Objekt in unmittelbarer Nähe mit Wärme. Oft steht die Anlage selbst in dem Gebäude, das sie mit Energie und Wärme versorgt. So nutzt man z.B. in vielen Krankenhäusern diese hocheffizienten Kraftwerke, die einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 % aufweisen. Nun halten diese Anlagen in immer mehr Haushalten und (Klein-)Gewerbebetrieben Einzug. Am Markt sind Anlagen, die mit einer Leistung von weniger als 10kW perfekt auf die Dimension von Ein- oder Mehrfamilienhäusern abgestimmt sind.

  • Wie kann man Micro-KWK-Anlagen einsetzen?

    Als stromerzeugende Heizung machen Micro-KWK aus klassischen Stromverbrauchern dezentrale Stromerzeuger, die sich viel Geld sparen. Nicht nur deshalb ist ein sehr großes Potenzial für diese zum Teil nur waschmaschinengroßen Anlagen vorhanden: 55−70 % aller Wohnungen, aber auch Bürogebäude, Hallenbäder, Schulen und Beherbergungsbetriebe könnten von Micro-KWKs profitieren.

  • Welche rechtlichen und fördertechnischen Voraussetzungen müssen für den optimalen Einsatz von Micro-KWK-Anlagen noch erfüllt werden?

    Im Gesamtenergiekonzept Österreichs sollen Mico-KWKs in Zukunft eine größere Rolle spielen. Damit das Potenzial schneller ausgeschöpft wird, sind Investitions-Förderungen nicht nur vorstellbar, sondern sinnvoll. Burgenland, Niederösterreich und Wien gewähren bereits einen Investitionszuschuss. Und natürlich muss es auch ein geregeltes Abrechnungs- bzw. Vergütungsmodell geben, wenn die einzelnen Haushalte Strom ins Netz einspeisen.

  • Wie funktioniert die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung?

    Im KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) nutzen bei der Stromerzeugung aus einer Primärenergie wie Gas auch die entstehende Abwärme. KWKK-Anlagen haben zusätzlich noch eine Kälteanlage nachgeschaltet, mit der vor allem in den Sommermonaten Kälte produziert wird.

  • Welche Vorteile bringen KWKK-Anlagen mit sich?

    Der Einsatz einer Kälteanlage verbessert nicht nur den Wirkungsgrad, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Übers Jahr (Kältegewinnung im Sommer, Wärmegewinnung im Winter) wird eine deutlich höhere Betriebsstundenzahl erreicht. Das macht diese Gastechnologie so hocheffizient. Die kombinierte Erzeugung von Wärme und Kälte macht aber auch für die Umwelt Sinn: Die CO2- Emissionen und der gesamte Schadstoffausstoß sind konkurrenzlos gering. In einem energieintensiven Rechenzentrum, das mit KWKK-Technik ausgestattet ist, wäre die CO2-Emission um 50 % geringer als bei der herkömmlichen Energieversorgung aus dem Netz.

  • Was ist ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk?

    Ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Stromerzeugung aus der Primärenergie Gas entsteht Wärme. Diese Wärme wird zusätzlich genutzt und macht das Kraftwerk damit hocheffizient.

  • Wie werden GuD-Kraftwerke eingesetzt und welche Vorteile bringen sie mit sich?

    In der Gasturbine entstehen bei der Erzeugung von Elektrizität heiße Abgase, die in der nachgeschalteten Dampfturbine weiterverwendet werden. Damit können über 80 % der im Ausgangsbrennstoff enthaltenen Energie genutzt werden. In nur 15 Minuten ist das Kraftwerk voll einsatzfähig und sorgt dafür, dass das Energienetz stets stabil und leistungsfähig bleibt. In Österreich sollen daher die derzeit 70 Gaskraftwerke weiter ausgebaut werden und die Leistung der GuD-Kraftwerke im Vergleich zu 2010 um weitere 88 % steigen.