Potenzial und Infrastruktur

Manchmal wird mit erneuerbaren Energien mehr Strom produziert als benötigt. Mit neuesten Technologien kann dieser überschüssige Strom in Gas umgewandelt und langfristig gespeichert werden. Aber ist das österreichische Gasnetz dafür überhaupt gerüstet? Ja! Dank einer modernen Infrastruktur. Und mit dem dafür notwendigen Know-how.

Moderne Gas-Infrastruktur 

Österreich besitzt eines der modernsten Erdgasnetze. In Leitungen mit einer Gesamtlänge von 43.100 km werden jährlich 75 Terawattstunden (TWh) Erdgas zu den Verbrauchern geführt. Das ist eine schier unvorstellbare Menge von umgerechnet 102 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Nur zum Vergleich: Um sieben Liter Suppe eine Stunde lang zu kochen, wird nur eine einzige Kilowattstunde benötigt.

In Österreich befinden sich zudem acht Porenspeicher. 2015 wurden hier 83 Milliarden kwH Gas gelagert, das entspricht 75 % des gesamten österreichischen Gas-Jahresverbrauchs.

Modernes Know-how

Mit der Power-To-Gas-Methode wird überschüssiger Strom aus Wind- oder Sonnenkraft in Wasserstoff umgewandelt. Um die Brennbarkeit des Gases optimal zu halten und es für alle Verbrauchsgeräte verwendbar zu machen, darf der Wasserstoffanteil im Gasnetz maximal 4 % ausmachen. Das heißt, dass eine Menge von bis zu 1,5 Terawattstunden Gas aus erneuerbarer Energie in unseren Gasspeichern eingelagert werden können. Soll noch mehr "umgewandeltes" Gas eingespeist werden, wird aus dem Wasserstoff in einem weiteren Schritt Methan produziert. Das so hergestellt Methan kann ohne Einschränkung dem Erdgas im Gasnetz beigemischt werden.

 

Erdgasabsatz in Österreichs Bundesländern (2010) 

Potenzial für regeneratives Gas

Im Winter und Frühjahr ist der Windenergieertrag höher als sonst. Gerade in dieser Jahreszeit können die Gasspeicher saisonbedingt große Kapazitäten des synthetischen Gases aufnehmen. Hervorragend eignen sich dafür die Speicher in Niederösterreich und im Burgenland, weil sie sich ohnehin in unmittelbarer Nähe der Windkraftanlagen befinden.  

Gas ist erneuerbar

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32,6 % unseres gesamten Energieverbrauchs werden bereits aus erneuerbaren Energiequellen (z.B. Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Biomasse, Photovoltaik oder Erdwärme) versorgt. Bis 2050 soll sich dieser Anteil auf 55 % erhöhen. Auch mit Hilfe einer ganz besonderen erneuerbaren Energie: Gas.

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